Kateřina Strejčková – Schafschererin
Als ich Kateřina begleitet durfte, war sie auf einem Hof in Nußdorf am Attersee im Einsatz.
Zwischen vielen Schafen und am Ende viel Wolle hat sie konzentriert, ruhig und mit einer Selbstverständlichkeit gearbeitet, die mich beeindruckt hat.
Kateřina kommt aus Tschechien und arbeitet normalerweise gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten. Durch ihn ist sie auch zum Schafscheren gekommen. Ursprünglich hat sie aber Pädagogik studiert. Doch sie hat dann nur wenige Monate in dem Bereich gearbeitet, ihr wurde klar: Das ist nicht ihr Weg. Sie wollte lieber mit Tieren arbeiten.
Heute macht sie das seit rund fünf Jahren. Im Frühjahr und Herbst ist sie mit ihrem Partner in Österreich unterwegs und schert Schafe, sie touren sozusagen von Hof zu Hof. Als ich dabei war, hat sie an diesem Vormittag 35 Schafe geschoren. Am Nachmittag warteten aber nochmal 60 auf einem anderen Hof, unglaublich.
Was mich besonders beeindruckt hat, war ihre Kraft und gleichzeitig ihre Technik.
Wie sie ein Tier mit bis zu 180 Kilo ruhig hält, führt und sicher schert. Von außen wirkt es fast gefährlich, doch bei ihr hat alles seinen Ablauf und seine Ruhe. Verletzt hat sie sich dabei noch nie wirklich. Einmal wurde ein Finger genäht, „eigene Schuld“, sagt sie selbst.
Letztes Jahr hat sie außerdem an der Weltmeisterschaft im Schafscheren in Neuseeland teilgenommen! Dort geht es nicht nur um Geschwindigkeit, sondern auch um Präzision und das Ergebnis. Auch wenn sie nicht ganz vorne mit dabei war, war es für sie eine wertvolle Erfahrung. Ihr persönlicher Zeitrekord liegt bei nur 42 Sekunden pro Schaf.
An einem Tag hat sie bereits 187 Schafe geschoren, auch 200 Schafe würde sie sich zutrauen.
Nur fehlen dafür oft einfach die Schafe😉.
Was ich sehen durfte, ist ein Handwerk, das viel verlangt: Konzentration, viel Kraft und ein gutes Gespür für Tiere.
Eine weitere Werk.Würdige Teilnehmerin.









